Vision vom 22.01.2004 von Jennifer Miller

„An einem Tag, als ich im Gebet war, begann der Herr mir die Augen für eine geistliche Begegnung zu öffnen. Ich wurde zum Himmel hochgenommen. Vor mir sah ich ein riesiges Haus mit vielen Räumen. Sofort wusste ich, dass dies das „Vaterhaus“ war.

Ich konnte fühlen, wie die Liebe des Vaters mich hineinzog, weshalb ich anfing, so schnell zu laufen wie ich konnte, um in das Haus einzutreten. Als ich hineintrat, ging der Herr mit mir durch viele Räume, jeder von ihnen war angefüllt mit geistlicher Bedeutung.

Stumm lud Er mich ein, Ihm in den schönsten Raum des ganzen Hauses zu folgen – dem Raum der Intimität. Dieser war absolut extravagant und wunderschön. Beim Eintreten wurde ich so von der Liebe überwältigt, dass ich für ewig dort bleiben wollte.

Im Geist konnte ich die anderen Menschen (weitere Gläubige) in den verschiedenen Räumen des Hauses hören. Manche studierten Bücher in der Bibliothek, andere wurden betrunken im geistlichen Weinkeller. In gewisser Weise war ich überrascht, dass sich keiner im Raum der Intimität befand, obwohl dieser der schönste Raum des ganzen Hauses war.

Während ich diese intime Kammer bewunderte, bemerkte ich eine kleine hölzerne Lukentür, die sich am Boden neben dem Bett befand. Dies kam mir seltsam vor, weil sie nicht schön war und kaum zum Rest des Raumes passte. Ich fragte den Herrn, warum diese Luke dort war und Er teilte mir mit, dass die Luke hinunterführte in einen weiteren Raum des Hauses. Ich fragte Ihn, warum Er diese Tür neben dem schönsten Gegenstand des Raumes, dem Bett, platziert hatte. Er antwortete: „Die Tür ist deshalb hier, weil Ich dort unten die meiste Zeit verbringe“. Sofort war meine Neugier geweckt und ich fragte, was dort unten sei. Er sagte, dass dort der „Raum der Tränen“ ist. Obwohl es kaum nach einem Ort klang, an dem ich gerne sein wollte, war in meinem Herzen ein Schrei danach, dort zu sein, wenn dies der Ort war, an dem der Herr Seine meiste Zeit verbrachte. Ich fragte Ihn, ob ich mit Ihm dort hinuntergehen könnte und Er antwortete: „Sehr wenige entscheiden sich dort hinunterzugehen, er ist nicht so ausgefallen wie dieser Raum, sondern sehr einsam, nicht sehr bequem und Du musst Dich sehr ducken, um durch die Tür zu passen“. Ich sagte Ihm, dass mir die Voraussetzungen nicht wichtig seien, ich wolle nur dort sein, wo Er ist.

Daraufhin öffneten wir die kleine Lukentür und begannen langsam eine dunkle Stiege hinunterzusteigen, bis wir zu dem winzigen Raum ankamen. Ich musste mich hinknien, um durch die Tür zu passen, weil sie so niedrig war. Der Raum war sehr einfach. Alles was er enthielt, war ein kleiner Holzstuhl. Eine der Wände hatte ein kleines Fenster. Der Herr nahm Platz auf diesem Stuhl und drehte Sein Gesicht, um aus dem Fenster zu schauen.

In einem Moment war mir bewusst, warum dieses Zimmer der „Raum der Tränen“ genannt wurde. Wenn man aus dem Fenster schaute, konnte man jeden einzelnen Schrei von den Menschen der Erde sehen und hören. Man konnte jede einzelne ungerechte Handlung alle zur selben Zeit sehen. Jedes hungernde Kind, was zu Gott ausschrie, jeder Frau, der Gewalt angetan wurde, jedes Jammern der Abgelehnten … man konnte jedes Gebet, jeden Schrei zur gleichen Zeit vernehmen.

Der Herr saß in Seinem Stuhl und schaute und hörte alles. Sofort wurde ich von Fürbitte ergriffen und begann zu weinen. Ich weinte stundenlang. Ich weinte für die Verletzten, aber vielmehr war ich ergriffen von diesem wundervollen König, der sich entschied, Seine Zeit an diesem Platz zu verbringen; diesem König, der jedem Schrei so viel Beachtung schenkte und der so voller Erbarmen war. Als ich da saß und mit dem Herrn weinte, begann ich Sein Herz zu „spüren“ – und alle meine selbstsüchtigen Ambitionen begannen zu verblassen.

Während wir an diesem Ort waren, bemerkte ich, dass noch eine Tür im „Raum der Tränen“ war. Ich fragte den Herrn, was denn hinter jener Tür sei und Er antwortete mir, dass dort der „Strategieraum“ sei. Als Er die Worte sagte, wusste ich gleich in meinem Geist, dass in diesem Raum göttliche Strategien für die Endzeit-Erweckung zu bekommen waren. Obwohl die Tür noch verschlossen war, wusste ich, dass Weisheit und Offenbarung sich dort befanden. Himmlische Pläne zur Erfüllung seines Königreiches auf Erden kamen von diesem Raum. Es war wie der verborgene Raum, nach dem jeder suchte. Jeder sehnt sich nach göttlicher Strategie. Ich fragte dann gleich, ob ich in den Raum könnte und der Herr teilte mir auf nüchterne Weise mit, dass ich nicht „durch die Tür passe“.

Ich verstand, dass ich Zeit im „Raum der Tränen“ verbringen musste. Während ich beginnen würde, wirklich das Herz Gottes für die Armen und Zerbrochenen zu erfassen, würden sich die Dinge meiner seelischen Natur ablösen, bis ich dann so klein würde, um durch die Tür zu passen. In diesem Moment wurde alles klar. Dies war der einzige Weg um göttliche Strategie zu empfangen. Vom Platz der Intimität lädt Gott uns in eine tiefere Ebene ein- Er winkt uns in den „Raum der Tränen“ – einen Platz, wo wir uns entscheiden zu sehen und zu fühlen, was Er sieht und fühlt. Und während wir Zeit verbringen, das Herz Gottes zu bekommen, werden wir unserer fleischlichen Angelegenheiten entledigt, bis wir klein genug sind, um durch die Tür zu passen, die zum „Strategieraum“ führt.

Ich hatte diese Begegnung vor mehr als zwei Jahren, aber ich glaube, dass Gott nun viele aus dem Leib vom Platz der Intimität zum Platz „der Tränen“ bewegt. Dies wird sie dann in den „Strategieraum“ führen. Tatsächlich musst Du den Raum der Intimität nie verlassen; Du entdeckst lediglich die tieferen Ebenen. Viele haben sich bereits dem „Raum der Tränen“ hingegeben und sind dem Herz Gottes für die Zerbrochenen nachgejagt – diese werden nun in den „Strategieraum“ eingeladen.

Ich hatte eine andere Begegnung vor etwa einem Jahr in der ich eine laute Stimme sagen hörte: „Es ist Zeit!“ und im Geist sah ich, wie die Tür zum „Strategieraum“ aufschwang.
Gott lädt uns in die göttliche Strategie ein, die eine globale Ernte von Seelen freisetzt und die Offenbarung seines Königreiches auf Erden etabliert durch überwindende Heilige. Ich glaube, während wir den „Strategieraum“ betreten, werden wir gedrängt und bewegt durch das, was wir im „Raum der Tränen“ gesehen und gefühlt haben.

Ich habe die Empfindung, dass manche schon vor uns in diesen „Strategieraum“ gegangen sind. Bedauerlicherweise haben viele sehr schnell vergessen, wofür die Strategie war und haben sie benutzt, um ihr eigenes Königreich zu bauen (Haggai 1,3-7).

Gott ist dabei eine Gemeinschaft von Gläubigen aufzurichten, die angewidert ist, von dem Gedanken ein eigenes Königreich zu bauen. Diese Gemeinschaft der Gläubigen wird in ihrem Herzen wahrhaft gebrandmarkt sein mit Leidenschaft und Erbarmen. Dies sind diejenigen, nach denen Gott schaut, um sie in den „Strategieraum“ freizusetzen. Es ist Zeit!“